Kooperation mit dem UKE
Wie Kinder psychisch erkrankter Eltern und Senioren gemeinsam stark werden – ein Pilot- und Forschungsprojekt der Forschungsgruppe Familienforschung und Psychotherapie.
Beide Zielgruppen sind besonders häufig von Einsamkeit und Armut betroffen. Genau hier setzt das Projekt „GemsE – Gemeinsam statt Einsam" an: Über sogenannte Tandems und den Austausch zwischen den Generationen soll die empfundene Einsamkeit verringert und die soziale Teilhabe gestärkt werden – insbesondere von armutsbetroffenen Teilnehmenden.
Langfristiges Ziel ist es, auf diesem Weg auch die psychische Gesundheit, Resilienz und gesundheitsbezogene Lebensqualität der Teilnehmenden zu verbessern. Begleitet wird das Projekt durch eine wissenschaftliche Studie der Forschungsgruppe Familienforschung und Psychotherapie unter der Leitung von Prof. Dr. Silke Wiegand-Grefe, die die Wirkung des Tandem-Modells untersucht.
Geplant ist die Bildung von bis zu 40 Tandems, bestehend aus jeweils einer Seniorin oder einem Senioren und einem Kind oder Jugendlichen mit einem psychisch erkrankten Elternteil. Diese Größe ermöglicht eine intensive Begleitung der Tandems bei gleichzeitig ausreichender wissenschaftlicher Aussagekraft für die geplante Evaluation. Die Zusammenstellung der Tandems erfolgt sorgfältig anhand verschiedener Kriterien, insbesondere gemeinsamer Interessen, Persönlichkeitsmerkmale sowie der räumlichen Nähe innerhalb Hamburgs. Ziel ist es, möglichst gut passende Tandems zu bilden, die eine vertrauensvolle und langfristige Beziehung aufbauen können.
Die Rekrutierung erfolgt über ein breites Netzwerk in Hamburg, darunter unsere Stiftung, das Bündnis gegen Einsamkeit Hamburg, ambulante Angebote der Kinder- und Jugendhilfe, die Allgemeinen Sozialen Dienste (ASD), der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Seniorenprojekte sowie weitere Kooperationspartner. Durch diese enge Zusammenarbeit können sowohl interessierte Seniorinnen und Senioren als auch Kinder und Jugendliche gezielt angesprochen werden.
Einsamkeit gilt als bedeutender Risikofaktor für Depressionen, kognitive Einschränkungen und körperliche Erkrankungen. Effektive Maßnahmen und Konzepte zur Vermeidung von Einsamkeit wirken daher indirekt präventiv und positiv auf die psychische Gesundheit von Menschen. Gleichzeitig können stabile soziale Beziehungen das psychische Wohlbefinden, die Lebensqualität sowie das Gefühl von Teilhabe und Wertschätzung verbessern. Nicht zuletzt fördert ein Angebot wie die Tandems den intergenerativen Austausch und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Die begleitende wissenschaftliche Evaluation untersucht systematisch, welche Auswirkungen generationenübergreifende Tandems auf Einsamkeit, psychisches Wohlbefinden und Lebensqualität beider Zielgruppen haben und welche Wirkmechanismen diesen Veränderungen zugrunde liegen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, das Programm weiterzuentwickeln und perspektivisch auch auf andere Regionen oder Zielgruppen zu übertragen.
Alle gebildeten Tandems werden im Rahmen des Projekts mindestens sechs Monate begleitet. Nach Abschluss der wissenschaftlich begleiteten Studienphase steht es den Tandems selbstverständlich frei, den Kontakt weiterhin aufrechtzuerhalten.
Am Projekt teilnehmen
können...
Seniorinnen und Senioren ab 60 Jahren mit Wohnsitz in Hamburg sowie Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 21 Jahren mit einem psychisch erkrankten Elternteil und Wohnsitz in Hamburg. Alle teilnehmenden Personen müssen außerdem über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen und in die Studienteilnahme einwilligen. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind Kinder und Jugendliche mit schweren akuten psychischen Symptomen, wie akuter Suizidalität, akutem Substanzgebrauch oder akuten psychotischen Symptomen, die eine stationäre Behandlung erforderlich machen. Ebenfalls ausgeschlossen sind Seniorinnen und Senioren mit akuten psychischen Krisen, unbehandelten schweren psychischen Erkrankungen sowie kognitiven Einschränkungen oder einer Demenz, die eine verlässliche Teilnahme an der Intervention nicht ermöglichen.
Das Projekt „GemsE - Gemeinsam statt Einsam“ wird koordiniert und fachlich begleitet vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Die Hildegard und Horst RÖDER-Stiftung finanziert das Projekt mit 40.000 Euro.
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Alle wesentlichen Informationen finden Sie auch in diesem Flyer des UKE.
Bewerbungen & Kontakt:
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
AG Familienforschung und Psychotherapie
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Martinistraße 52
20246 Hamburg
E-Mail: gemse@uke.de




